Antworten auf Fragen Wärmenetze

FAQs - Fragen und Antworten rund um das Thema Wärme

Wie funktioniert ein Erdbecken-Wärmespeicher?

Die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung ist eine der größten Herausforderungen innerhalb der Transformation zu einer CO2-armen Wirtschaft. Vor allem Photovoltaik und Windkraft unterliegen starken jahreszeitlichen und täglichen Schwankungen. Aber auch industrielle Abwärme steht nicht durchgehend konstant zur Verfügung. Die zentrale Idee hinter dem Wärmespeicher ist, die Erträge aus erneuerbaren Energien und Abwärme zu speichern und in die Heizperiode im Winter zu verschieben, um sie dort nutzbar zu machen. Er wirkt also wie eine große Batterie für Wärme.

Der Erdbecken-Wärmespeicher ist das zentrale Element der Fernwärmeversorgung in Meldorf. Mit 43.000 m³ Inhalt ist er bisher der größte Speicher dieser Art (Saisonalspeicher) in Deutschland. Das Becken ist ca. 11m tief und mit Wasser gefüllt. Mehrere Schichten Dämmmaterial und Schutzfolien trennen die Wasseroberfläche von der Umgebung, da Regenwasser den Speicher auskühlen würde und viel Wärme durch Verdunstung verloren ginge, wäre der Speicher offen.

Beim Fernwärmenetz in Meldorf handelt es sich um ein Niedertemperatur-Netz mit einer Länge von bisher ca. 2,5km.

Stand September 2025 verlaufen die Leitungen vom Energiespeicher in Nordermeldorf an der Miele entlang bis zum Schwimmbad und der Großsporthalle, dann über die Promenade bis zur Kreuzung Weiderbaum/Heseler Weg. Ein Abzweig versorgt das Hospiz, während die Hauptleitung der Straße Weiderbaum folgt und dann über den Kirchhofsplatz in die Bütjestraße mündet. Aus der Bütjestraße biegt sie dann in Richtung Kreisverkehr ab und endet in der Kampstraße.

Aktuell (September 2025) leisten zwei Energieträger die Wärmeerzeugung im Meldorfer Netz:

Erdgas (Anteil von 55,2% im Jahr 2024)

Abwärme aus Biogasverstromung (Anteil von 44,2% im Jahr 2024)

Damit liegt die Fernwärme in Meldorf im Durchschnitt der deutschen Fernwärmenetze:

Schaubild 1: Quelle: BDEW

Das Ziel ist ganz klar die komplette Eliminierung von fossilen Energieträgern aus der Wärmeerzeugung.

Im Zuge eines durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Projektes werden am Energiespeicher Mitte des Jahres 2026 zwei industrielle Großwärmepumpen angeschlossen. Diese werden in unterschiedlichen Szenarien und Lastfällen erprobt und sollen helfen, den Anteil des fossilen Energieträgers Erdgas signifikant zu verringern. Für die Zukunft sind weitere Projekte mit erneuerbaren Energieträgern geplant.

Momentan liegt der Fokus der Wärmeversorgung auf großen, vor allem öffentlichen Liegenschaften. Versorgt werden:

  • Dithmarscher Landesmuseum
  • Hospiz des Freundeskreis Hospizverein Dithmarschen
  • Haus am Kamp der Stiftung Mensch
  • Christian-Bütje-Schule
  • Sporthalle Weiderbaum (Gemeinschaftsschule Meldorf)
  • Großsporthalle Büttelsweg
  • Mensa der Gemeinschaftsschule
  • Alt- und Neubau der Gemeinschaftsschule
  • Nach Fertigstellung der Bauarbeiten wird auch das Schwimmbad in Meldorf mit Fernwärme versorgt

Das Fernwärmenetz steht allen gewerblichen, öffentlichen und privaten Verbrauchern offen, die in unmittelbarer Nähe zur bestehenden Trasse liegen.

Der weitere Ausbau wird sich voraussichtlich auf die Innenstadt fokussieren (Domstraße, Norder- und Südermarkt), da in diesem Gebiet die Wärmeliniendichte (Verbrauch pro Meter Leitung) besonders hoch ist.

Der genaue Verlauf und die zeitliche Gestaltung der weiteren Ausbaustufen werden aktuell in der kommunalen Wärmeplanung erarbeitet. Diese soll Anfang 2027 abgeschlossen sein.

Falls Sie Interesse an einem Anschluss oder allgemeine Fragen zur Fernwärme haben, kontaktieren Sie uns gerne!

Kosten

Für einen Anschluss an das Fernwärmenetz sind häufig Anpassungen an der Heizungsanlage des Gebäudes nötig.

Dies ist allerdings abhängig von der installierten Technik und muss individuell durch einen Experten beurteilt werden. Grundsätzlich sinnvoll ist ein hydraulischer Abgleich, der den Heizenergiebedarf z.T. deutlich reduzieren kann.

Da das Fernwärmenetz eine Temperatur von mindestens 75°C liefert, können in vielen Fällen die installierten Heizkörper weiterverwendet werden.

Die Kosten für einen Anschluss teilen sich für den Kunden auf die folgenden Komponenten auf:

  • optionaler Ausbau der alten Heizungsanlage (Förderung möglich s.u.)
  • hydraulischer Abgleich (kann bis zu 15% gefördert werden)
  • Anschluss der bestehenden Anlage an die Hausübergabestation
  • Anschlusskostenbeitrag (richtet sich nach der vertraglich vereinbarten Heizleistung)

Die laufenden Kosten bestehen aus dem Grundpreis und dem Arbeitspreis.

Beispielrechnung (netto) für ein durchschnittliches, wenig saniertes Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 20.000 KWh und 20kW Leistung:

Anschlusskostenbeitrag (einmalig):                                                        5000€

Grundpreis + Arbeitspreis (pro Jahr):                                          2600€ + 1200€

entspricht monatlichem Abschlag:                                                           ca. 320€

Förderung

Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude-Einzelmaßnahmen (BEG EM) fördert der Staat den Anschluss an ein Fernwärmenetz über einen Zuschuss in Höhe von 30 bis 70 Prozent der Kosten.

Eine Grundförderung in Höhe von 30 Prozent unterstützt den Heizungstausch.

Der Klimageschwindigkeitsbonus (aktuell 20 Prozent) und der Einkommensbonus (30 Prozent, nur abrufbar bei maximal 40.000 Euro zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen) können nur von selbstnutzenden Eigentümerinnen und Eigentümern in Anspruch genommen werden.

Gefördert werden die folgenden Komponenten, wenn sie sich im Besitz des Gebäudeeigentümers befinden:

  • Wärmeverteilung nur auf dem Grundstück des angeschlossenen Gebäudes
  • Steuer-, Mess- und Regelungstechnik
  • Wärmeübergabestationen
  • Umfeldmaßnahmen wie Einbau von Fußbodenheizungen, Optimierung des Heizungsverteilsystems, Austausch von Heizkörpern sowie Dämmung von Heizungsrohren

(Quelle: BDEW „Fernwärme: Die wichtigsten Fragen & Antworten für Verbraucher“ abgerufen am 05.09.2025)

Im Falle der Wärmeinfrastruktur in Meldorf kommt bei einem Anschluss an das Fernwärmenetz vor allem die Förderung von 30% für den Heizungstausch zum Tragen. Die Wärmeübergabestationen und die Hausanschlussleitung verbleiben im Besitz des Betreibers, der sich auch um die Wartung kümmert.

Die CO2-Abgabe ist ein Instrument innerhalb der EU das dafür sorgen soll, dass CO2 Emissionen dort reduziert werden, wo es am kostengünstigsten ist.

Bisher sind die Sektoren Industrie, Energie und Luftfahrt vom Emissionshandelssystem (ETS1) erfasst.

Ab 2028 werden mit ETS2 dann auch die Sektoren Gebäude und Verkehr betroffen sein.

Bis einschließlich 2026 wird der Preis pro Tonne emittiertem CO2 in den letzten beiden Sektoren national festgelegt. 2025 beträgt die Abgabe z.B. 55 Euro pro Tonne.

Es gibt also nur noch bis 2027 festgelegte und vorhersagbare Preise für die Emission von CO2 im Sektor Gebäude.

Ab 2028 wird der Preis an Börsen anhand von Angebot und Nachfrage gebildet. Dazu kommt, dass die EU die Anzahl der am Markt verfügbaren Zertifikate jedes Jahr verknappt, der Preis also allein deshalb schon weiter steigen wird.

Da ein börslicher Handel schwer vorhersagbar ist, gehen die Prognosen für die CO2-Preise teils weit auseinander. Das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) der Universität Köln geht z.B. von ca. 150€/t für das Jahr 2030 aus.

Schon 2025 zahlt ein Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 2000 Liter Heizöl ca. 350€ CO2-Abgabe (siehe untenstehender Link der Verbraucherzentrale). Für das Jahr 2030 wären entsprechend ca. 1000€ nur für diese Abgabe zu zahlen. Auf der Seite der Verbraucherzentrale können Sie weitere Informationen abrufen:

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/heizen-und-warmwasser/klimapaket-hier-berechnen-sie-den-co2preis-ihrer-heizkosten-43806

In unserer Beispielrechnung gehen wir von folgenden Parametern aus:

Betrachtungszeitraum

15 Jahre ab 2026

Leistung

20kW

Verbrauch

20.000kWh bzw. 2300l Heizöl

Ölpreis

1€/l in 2026 mit 3% Steigerung jedes Jahr

CO2-Abgabe

60€/t linear steigend über 150€/t in 2030

Kosten Umbau der Hausanlage

2500€

Im ersten Szenario wird angenommen, dass die aktuell bestehende Ölheizung die nächsten 15 Jahre weiterbetrieben wird. Im zweiten Szenario wird die Wirtschaftlichkeit eines Fernwärmeanschlusses mit einer neuen Ölheizung verglichen.

Szenario 1 (Weiterbetrieb Öl vs. Fernwärme):

Fazit Szenario 1: Im ersten Betrachtungsjahr fällt natürlich der Anschlusskostenbeitrag der Fernwärme ins Gewicht, während die weiterbetriebene Ölheizung nur die Wartungskosten und den Verbrauch verursacht. Über den gesamten Betrachtungszeitraum liegen beide Energieträger in Summe etwa gleichauf. Es muss jedoch beachtet werden, dass die Kosten für Erdöl perspektivisch weiter steigen werden und globalen Entwicklungen ausgesetzt sind, die sich nicht vorhersagen lassen (die beiden Graphen treffen sich nach ca. 14 Jahren, d.h. ab diesem Zeitpunkt sind die Gesamtkosten der Ölheizung höher als die der Fernwärme – bei der angenommenen Steigerung der CO2-Bepreisung).

AP=Arbeitspreis

GP= Grundpreis

Anschluss = Anschlusskostenbeitrag + Umbaumaßnahmen an der Heizungsanlage Kundenseitig

Szenario 2 (Neue Ölheizung vs. Fernwärme):

Fazit Szenario 2: Eine neue Ölheizung ist in der Regel (bei kleinen Verbrauchern) deutlich teurer als der Anschlusskostenbeitrag für Fernwärme. Durch die steigenden Ölpreise und die von der EU festgelegte Verknappung von CO2-Emissionszertifikaten (bedeutet stetige Verteuerung von fossilen Energieträgern) ist die Ölheizung in diesem Szenario nicht konkurrenzfähig mit der Fernwärme. Beachtet werden muss außerdem, dass nicht vorhersehbare Schwankungen im Ölpreis die fossile Heizung noch deutlich verteuern könnten.

AP=Arbeitspreis

GP= Grundpreis

Anschluss = Anschlusskostenbeitrag + Umbaumaßnahmen an der Heizungsanlage Kundenseitig

Dass Wärmepumpen nur für Neubauten geeignet sind, ist eine Legende, die sich hartnäckig hält. Es bestehen mittlerweile diverse Feldtests (wie z. B. vom Fraunhofer Institut), die belegen, dass Wärmepumpen auch in unsanierten Bestandsgebäuden effizient arbeiten können. Oft reichen kleinere Maßnahmen wie eine bessere Dämmung oder größere Heizkörper aus. Moderne Wärmepumpen erreichen Vorlauftemperaturen über 70°C auch bei Minusgraden.

Eine Studie des Energiedienstleisters Techem aus dem Jahr 2022 berichtet, dass sich bei 50 Prozent der Bestandsgebäude der Einbau einer Wärmepumpe schon jetzt ohne weitere Maßnahmen wirtschaftlich betreiben liesse. Durch den Austausch individueller Heizkörper trifft dieses sogar auf 90 Prozent zu.

Viele ältere Häuser können bereits mit Vorlauftemperaturen unter 55 °C ausreichend beheizt werden – das ist ideal für Wärmepumpen. Nur bei völlig unsanierten Gebäuden sind umfassendere Sanierungen sinnvoll, um den Energieverbrauch zu senken.

Grundsätzlich gilt: Je besser die Dämmung, desto geringer die Heizkosten und das ist unabhängig vom Heizsystem.

Beim Contracting übernehmen wir als Energiedienstleister die komplette Bereitstellung der Heizwärme:
Wir planen, finanzieren, installieren und betreiben die Heizungsanlage – Sie beziehen die Wärme einfach über einen Wärmeliefervertrag.
Das heißt: keine eigene Investition, keine Wartung, keine technischen Sorgen – nur zuverlässige, klimafreundliche Wärme.

Dieses Angebot macht vor allem dann Sinn, wenn eine Überbrückung geschaffen werden soll bis zu einem Anschluss an die Fernwärme. Der Netzausbau wird aktuell vor allem im Zusammenhang mit der kommunalen Wärmeplanung ausgearbeitet.

  • Keine Investitionskosten für die Heizungsanlage

  • Keine Wartungs- oder Reparaturkosten – wir übernehmen den Betrieb

  • Planbare Wärmepreise durch transparente Vertragsgestaltung

  • Hohe Energieeffizienz dank moderner Wärmepumpentechnik

  • Reduktion von CO₂-Emissionen und Erfüllung gesetzlicher Klimaziele

  • Zukunftssicher – unabhängig von fossilen Brennstoffen und CO₂-Preisen

Die Wärmelieferung wird über einen Grundpreis (für Bereitstellung und Service) und einen Arbeitspreis (für die verbrauchte Wärmeenergie) abgerechnet.
Sie zahlen also nur für das, was Sie tatsächlich verbrauchen. Die Abrechnung erfolgt transparent auf Basis von Kilowattstunden (kWh), ähnlich wie beim Strom oder Gas.

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